Bruttig-Fankel

 

Verbandsgem. Cochem-Land, Kreis Cochem-Zell,
Gesamtgemeinde: 1232 Einwohner, 1437 ha, davon 98 ha Weinbau und 949 ha Wald

 

Bruttig

Der alte Fährort Bruttig, von den Römern Pruteca genannt, hat heute eine Brücke, die etwas außerhalb des Dorfes zur linken Moselseite hinüberführt. In dem typischen Fährgassendorf mit seinen vielen zum Fluss führenden Sträßchen, finden sich eine ganze Reihe schöner alter Fachwerkhäuser. An der Uferstraße liegt das »alte Rathaus«, mit drei Geschossen und einem kräftigen, runden Treppenturm ein imposanter Bau. Nicht weit davon steht das bekannteste Bauwerk von Bruttig, das »Schunksche Haus«. Der Renaissance-Bau mit zwei schönen Voluten-Giebeln sieht direkt auf die Mosel.

In der Mühlenbachstraße steht die ehemalige Synagoge des Ortes noch im nahezu originalen Zustand.

Mitten durch den Ort läuft quer ein altes Eisenbahnviadukt. Mit seinen gemauerten Bögen wirkt es wie ein Industriedenkmal, wenn auch niemals ein Zug darüber gefahren ist; denn die rechtsseitige Moselstrecke von Bullay Richtung Treis wurde nie fertiggestellt. Ein wenig verblüffend wirkt es schon, dieses Viadukt mitten im Dorf, teilweise mit Weinstöcken bepflanzt, die z.T. aber auch wieder aufgegeben wurden. Ein paar alte Baracken stehen auch auf dem Bahndamm, Reste eines Arbeitslagers aus dem letzten Krieg.

In Bruttig wurde einer der drei großen Moselhumanisten geboren, Peter Schade, genannt Petrus Mosellanus. Dieser hochbegabte Sohn der Mosel (1493-1524) studierte in Köln und wurde schon im Alter von 23 Jahren in Leipzig Professor für die griechische Sprache. 1520 wurde der erst 26-jährige zum Rektor der Universität Leipzig gewählt, ein Jahr zuvor hielt er die Eröffnungsrede der berühmten Leipziger Disputation zwischen Luther, Eck und Karlstadt. Peter Schade starb mit 31 Jahren und wurde in der Leipziger Nicolai-Kirche feierlich beigesetzt.

 

Fankel

Der alte Weinort liegt leicht ansteigend am Hang über der Mosel und schaut auf die Staustufe des Flusses, in deren Schleuse die Schifffahrt sieben Meter Höhenunterschied überwindet. Das Heben und Senken der Schiffe kann von einem Besuchergang aus beobachtet werden. (andere Moselseite)

Die interessanteste Straße in Fankel ist die Brunnenstraße, die vom Ortsrand bis hoch zu Rathaus und Kirche führt. Viele alte Fachwerkhäuser haben sich hier erhalten und teilweise reihen sich die schönen Giebelfassaden aneinander und bilden mit ihren vorragenden Geschossen und Erkern reizvolle Ensembles. Hier sollen die ältesten Häuser der ganzen Umgebung zu finden sein.

Oben steht das alte Rathaus auf einer interessanten Bogen-Konstruktion, die im Untergeschoss eine offene Halle bildet. Eine Freitreppe auf der Rückseite führt hinauf zu den Räumen in den oberen Geschossen.

Die Brunnenstraße steigt weiter an und hinter einem weiteren Torbogen liegt linkerhand die Pfarrkirche. Der im wesentliche gotische Bau enthält eine schön erhaltene barocke Innenausstattung. Wenn auch die Brunnenstraße eine besonders schöne Ansammlung alter Dorfarchitektur zeigt, bieten in Fankel auch andere Gassen romantische Winkel und schöne Fachwerkhäuser.

Während die Doppelorte Bruttig und Fankel früher nicht nur eigene Kirchen und Rathäuser, sondern auch eignen Ringmauern als Befestigungsanlagen aufwiesen, sind sie heute durch ihre Neubaugebiete immer näher aneinander gerückt und praktisch zusammengewachsen.

 

Aktivitäten in Bruttig-Fankel

Zahlreiche Wanderwege, z.B. der BREVA-Weg mit informativen Themen- und Objekttafeln. Geführte Wanderungen möglich.

 

moselaufwärts nach Beilstein moselabwärts nach Valwig