Ellenz-Poltersdorf

 

Verbandsgemeinde Cochem-Land, Kreis Cochem-Zell,
ca. 850 Einwohner, 737 ha, davon 146 ha Weinbau und 399 ha Wald

 

In Ellenz, dem größeren der beiden Ortsteile, finden sich eine Reihe alter Höfe, die zum Teil noch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Zu erwähnen sind der Kasseler Hof, das Haus Schonsten und der Warsburger Hof, der früher mit drei normalen und drei Speicherstockwerken sehr viel höher als heute gewesen sein muss. Zeugnis von dieser Höhe gibt der alte Kamin, der kurios weit über das heutige Haus hinauswächst. Neben den Höfen hat sich das alte Rathaus mit seinen schönen Dachgiebeln erhalten, ein wertvolles Denkmal alter Dorfarchitektur, das auf der Rückseite sogar noch ein altes Backhaus besitzt.

Etwas außerhalb und oberhalb von Ellenz liegt die alte Pfarrkirche St. Martin, die 1905 durch die neue, auch St. Martin geweihte Pfarrkirche am Ortsausgang Richtung Poltersdorf ersetzt wurde.

Zwischen den beiden Ortsteilen liegt am Moselufer ein Campingplatz und dort legt auch die Fähre zum gegenüberliegenden Beilstein an.

Den steilen Hängen des Hunsrücks gegenüber – mit dem eng im Tal eingequetschten Beilstein – liegt auf einer sanft ansteigenden Landzunge der Doppelort Ellenz-Poltersdorf. Obwohl beide Ortsteile eine lange, gemeinsame Geschichte aufweisen, ist jedem der beiden Dörfer durchaus sein eigener Charakter – und sein eigener Verkehrsverein geblieben.

In Poltersdorf bilden der romanische Kirchturm und der anschließende »Gymnicher Hof« ein besonders reizvolles Ensemble mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Elementen. Als Besonderheit hat der Turm einen (wohl später eingefügten) Straßendurchgang.
Im Ort sind eine Reihe von Winzerhöfen gut erhalten, die aus der frühklassizistischen Zeit um 1800 stammen. Sie legen Zeugnis ab von dem auch im Moselland damals aufstrebenden Bürgertum. Nach der Französischen Revolution und der Eroberung des Rheinlands wurde Kirchen- und Adelsbesitz enteignet und die Bewohner der Region von den unterdrückenden Vorschriften des Feudalismus befreit.

Die Winzer nutzten die Gelegenheit, die säkularisierten Klostergüter und Weingärten zu erwerben. Sie konnten z.B. nun auch eigene Keltern bauen, was bis dahin Kirche und Adel vorbehalten war. Diese Freiheiten führten zu einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung und einer Bautätigkeit, die durch ihren neuen Stil die Zeitenwende markiert. Schön anzusehen ist dies in Poltersdorf besonders, weil an vielen Stellen die Natursteinpflasterung erhalten wurde.

Zwischen der Bundesstraße, die den Ort umgeht, und dem Moselufer liegt eine weitläufige Grünanlage mit Liegewiesen als Erholungsbereich am Fluss. An sie schließt sich der Campingplatz an, der etwa in der Mitte zwischen Ellenz und Poltersdorf am Flussufer auf das gegenüberliegende Beilstein blickt. Hangaufwärts hat die Gemeinde Ellenz-Polterdorf ein schönes Freibad in den Weinbergen zu bieten, das von beiden Ortsteilen gut zu erreichen ist. Weiter hinauf zu schönen Ausblicken auf die Moselschleife führt der Weinlehrpfad der Gemeinde.

(Eine ausgezeichnete Beschreibung der historischen Bausubstanz von Ellenz und Poltersdorf bietet Reinhold Schommers im Heft der Reihe »Rheinische Kunststätten«. Diese Serie des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz umfasst Ausgaben für fast alle Moselorte und ist oft bei den jeweiligen Verkehrsämtern zu haben. Ein heißer Tipp für alle, die sich für die Kulturgeschichte der Region interessieren.)

Fährzeiten Ellenz-Poltersdorf – Beilstein (Stand 01.08.2018)
täglich 9.00 Uhr - 12.00 Uhr, 13.00 Uhr - 18.00 Uhr

 

Aktivitäten in Ellenz-Poltersdorf

Beheiztes Freibad mit Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbecken, Beachvolleyball, Torwandschießen, Tischtennis und Federball.

 

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